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Er ist wieder da

14.05.2016

Es scheint, dass es ein Problem mit der Abbuchung meiner letzten Windrechnung gab, das Versorgungsunternehmen hat sich jedenfalls vorgestern zu dem drastischen Schritt entschlossen mir den Wind komplett abzuschalten. Ich habe versucht wenigstens wieder etwas Wind zu bekommen, aber meine Kreditwuerdigkeit scheint angeknackst.
Dummerweise ist offenbar mit der Bezahlung der mitlaufenden Meeresstroemungs-Steuer das gleiche passiert. Ich kann von hier leider nicht recht sehen was da nicht stimmt, aber es besteht Hoffnung, denn immerhin ist meine Wasserrechnung fuer tropische Regenschauer offenbar voll bezahlt.
Jetzt ist er wieder da. noch etwas zoegerlich, aber imnmerhin ich bewege mich wieder.
Ich bin jetzt hier:
N30 00.0 W055 57.9
(Das ist auf dem Atlantik.)
Noch 1450 Seemeilen bis zu den Azoren.






Reisevorbereitungen

04.05.2016

Bevor Martina und ich auf Inselerkundung nach Anguilla gehen konnten, haben wir das Rigg inspiziert. Martina hat mich hochgezogen und ich habe die Aussicht genossen. Eigentlich wolle ich nur schnell rausfinden warum das Genuafall im Masttopp klemmt und es ggf. auf die andere (nicht benutzte) Scheibe legen. Was ich sah gefiel mir nicht besonders, das Fall klemmte weil der Vorstagbeschlag dagegen drückte. Und der drückte weil... siehe Bild (Szene nachgestellt).
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Bild: kaum zu glauben dass das die 4000 Seemeilen von St Helena gehalten hat. Zitat Steve (Wandering Dream): "You are a lucky man, Kai Ikels"

Joachim hat uns zum Glück schnell einen Ersatz aufgetrieben und ich habe das zum Anlass genommen mal wieder alle Beschläge und Terminals aufmerksam zu überprüfen. Was noch eine kleinere Reparatur einer Besansaling nach sich zog.

in der letzten Woche habe ich dann mein Wissen über historische Bosch Reiheneinspritzpumpen aufgefrischt und erweitert. Glücklicherweise gibt es viel Material dazu im Netz, wie zum Beispiel diesen unterhaltsamen Bosch-Lehrfilm:

https://www.youtube.com/watch?v=PEtA_H64loE&feature=youtu.be

Zugegeben hatte mein plötzliches Interesse für dieses Thema nichts mit allgemeinem Bildungshunger zu tun, sondern mit der im Maschinenaum vor sich hin tropfenden Einspritzpumpe.
Meine provisorische Lösung - einen Napf darunterzustellen - hat zwar von St. Helena in die Karibik funktioniert, hat aber -besonders auf einem Boot- offensichtliche Nachteile.
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Bild: Tropftopf

Inzwischen habe ich das Problem gefunden - für den versierten Traktorenschrauber wäre des eine Alltäglichkeit gewesen - die mechanische Dieselförderpumpe, angetrieben von der ESP-Nockenwelle, war undicht und flutete das ESP-Gehäuse mit Diesel. Zum Glück gibt es Foren für sowas...
Joachim hat mir (wieder einmal, wie so oft) geholfen, diesmal eine elektrische Förderpumpe im Autozubehör aufzutreiben. Die mechanische ist stillgelegt, das Öl in der Einspritzpumpe gewechselt und nun ist alles wieder wie es sein soll.
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Bild: Pumpe

Ausserdem gab es noch eine neue Hausbatterie und diversen Kleinkram (Reffleinen,...). Zu allem überfluss wurde eines der Deckslichter undicht und Regenwasser tropfte auf die Koje, aber jetzt sollte alles wieder funktionieren. Es ist also langsam Horizont in Sicht, dem Aufbruch zu den Azoren steht nichts schwerwiegendes mehr im Wege, der Wetterbericht für die nächsten Tage ist gut, ich werde ich dann wohl morgen auf den Weg machen.




Wahrheiten

24.03.2016

Ich habe mal irgendwo gelesen dass man die elementaren Wahrheiten nicht vermittelt bekommen kann, sondern selbst erfahren muss. Der Grund ist einfach, was man nicht selbst erfahren hat muss man dem der es vermittelt letztlich glauben. Glauben zu müssen dass man etwas weiss ist genau betrachtet nichts. Es sei denn man weiss das man es nur glaubt, das ist dann immerhin ein Anfang.
Ich denke dass sich diese Idee eher auf die grossen philosophischen Fragen nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest bezieht, und weniger auf wissenschaftliche "Erkenntnisse".
Wie auch immer, mit meiner Ankunft im Oyster Pond habe ich die Welt nach den gültigen Regeln umsegelt:

Ich bin wieder irgendwo angekommen wo ich schon mal war
Ich habe dabei alle Laengengrade überquert
Ich habe zweimal den Aequator überquert
Ich habe von St. Martin nach St. Martin über den Daumen gepeilt 28.500 Seemeilen zurückgelegt.

Und ich habe ein paar Wahrheiten erfahren.

1. Die Erde ist KEINE Scheibe die auf dem Rücken von vier Elefanten ruhend auf der Sternen-Schildkroete Groß-A’Tuin durch das All getragen wird.
Grund: ich bin von St Martin in westlicher Richtung segelnd wieder auf St. Martin angekommen. Ich bin nicht, wie zu erwarten gewesen wäre, über den Rand in die Unendlichkeit gefallen.

2. Die Erde wird NICHT von einem Titanen namens Atlas auf den Schultern getragen.
Grund: An irgendeinem Punkt des Weges hätte ich Herrn Atlas sehen müssen. Ein Stück Schulter, etwas Rücken oder eine Strähne Haupthaar die in den Ozean hängt. Zugegeben das mit dem Haar ist spekulativ, aber einerseits kann ich mir keine griechische Sagenfigur vorstellen die wie Meister Proper aussieht, und andererseits komme ich nicht dahinter wie Herr Atlas sein Haare schneiden könnte ohne seine Hauptaufgabe zu vernachlaessigen.

3. Die Erde ist höchstwahrscheinlich mehr oder weniger kugelförmig
Grund: Alle meine Beobachtungen sprechen dafür. Dagegen spricht eigentlich nur die ungeklärte Frage warum die Menschen in Australien und Neuseeland nicht merken dass sie auf dem Kopf stehen. Meine (nicht ausgereifte) Arbeitshypothese ist, dass das mit der Zeitverschiebung zusammenhängt. Wenn die uns in Europa abgewandte Erdhälfte grad unten ist, liegen da alle im Bett und merken nichts.

Das Problem bei alledem ist: Ich weiss was ich gesehen habe. Aber ihr werdet mir glauben müssen (siehe oben).
Für alle denen dieser Text zu lang ist, hier die Kurzfassung:

Jippie ich bin rum!!!!

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